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Lehrer ziehen bei Quarantäneregeln meist den Kürzeren

Klassenraum

Saarbrücken. Bezüglich der neuen Quarantäneregeln für Schulen hagelte es heftige Kritik seitens des Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV). Gesundheitsschutz spiele dabei keine Rolle mehr, vor allem der der Lehrkräfte kommt hier zu kurz.

Dem Eindruck der SLLV-Vorsitzenden Lisa Brausch nach, spielen aktuell pädagogische Konzepte oder Lerninhalte keine Rolle mehr, stattdessen ginge es darum, möglichst wenige Kinder in Quarantäne zu schicken, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. „Lehrkräfte fühlen sich in ihren Sorgen und Ängsten überhaupt nicht mehr ernst genommen“, so Brausch. „Das Maß ist voll“.

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Am gestrigen Dienstag (10.11.2020) hatten Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) und die saarländischen Landräte neue Empfehlungen zu Quarantäneregeln festgelegt. Wenn sich strikt an den Muster-Hygieneplan der Schule gehalten wurde, sollen nun bei einem Coronafall nicht mehr ganze Klassen, sondern lediglich die direkten Kontaktpersonen in Quarantäne. Für die endgültige Entscheidung sei allerdings das für den Schulstandort zuständige Gesundheitsamt verantwortlich.

Laut SLLV sei fragwürdig, wer diese strikte Einhaltung der Hygieneregeln kontrollieren soll und beispielsweise ein Auge darauf hat, wer mit wem in der Pause Kontakt hatte. Lehrkräften und Schulleitungen, die durch die Pandemie gesundheitliche Folgen und Überlastung spürten, würden vermehrt nach Hilfe suchen. Wie Brausch kritisierte, sei es „für Lehrerinnen und Lehrer nicht noch zumutbar, eine solch große Verantwortung für den Gesundheitsschutz der ihnen anvertrauten minderjährigen Kinder zu übernehmen“.

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Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband setzt sich erneut für Wechselunterricht ein und forderte außerdem das Ministerium auf, seiner Fürsorgepflicht als Dienstherr für die Lehrkräfte nachzukommen sowie für Schutzausrüstung wie FFP2-Masken zu sorgen.