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Wut und Resignation: Gastrobranche fühlt sich im Stich gelassen

Lockdown sei Existenzbedrohend

Symbolfoto

Saarbrücken. Der ab Montag beginnende „Lockdown light“ sorgt für Resignation und Wut bei den saarländischen Gastronomen und Hoteliers. Sie sehen sich von der Politik fälschlicherweise den „schwarzen Peter“ zugeschoben, obwohl sie sich vorbildliche an die geltenden Hygieneregeln gehalten hätten.

Die Branche könne die Entscheidung aus Berlin nicht nachvollziehen. Seit Monaten würde diese trotz teils nicht nachvollziehbarer Restriktionen ums Überleben kämpfen, weshalb die erneute Schließung ihrer Betriebe ihre Existenz bedrohe. „Fakt ist: Viele, die nun zusperren müssen, wissen nicht mehr, ob sie je wieder aufschließen werden,“ so Michael Buchna, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Saarland. Betroffen seien jedoch nicht nur die Gastronomen und Hoteliers selbst, sondern auch die zahlreichen Beschäftigten der Branche. „Wir reden hier zusammen mit den Mini-Jobbern und Aushilfen über rund 22.000 Menschen, die im saarländischen Gastgewerbe und im Tourismus arbeiten,“ so Buchna.

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Der DEHOGA Saarland spricht in diesem Zusammenhang von einer verfehlten Symbolpolitik. Im Vorfeld sei ausreichend zeit gewesen um Anstelle eines Lockdowns in der Branche vernünftige, gegensteuernde Hilfskonzepte und Maßnahmen zu erarbeiten. Zwar wurde „der Ruf nach Entschädigung“ von den politischen Entscheidungsträgern erhört, jedoch müsse diese Kompensation laut dem DEHOGA vollumfänglich und ohne die Anrechnung von anderweitigen Hilfen schnell und unbürokratisch erfolge.

Buchna befürchtet aber, dass dies alleine nicht reichen könnte. Zudem wurde gefordert, das Kurzarbeitergeld für die Branche auf bis zu 100 Prozent anzuheben. Die derzeitige Mehrwertbesteuerung auf Speisen müsse langfristig beibehalten werden und auch auf Getränke ausgeweitet werden.

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Ohnehin sieht der DEHOGA die dringende Notwendigkeit für eine tragfähige Strategie für die Zukunft. Zu Klären ist nach Ansicht des DEHOGAs der Umgang mit Stundungen, Hilfkredite, KFW-Kredite, Rückzahlungen mit hohen Zinsen sowie die zukünftige Überbrückungshilfe 3. Dies sei notwendig, damit die Gastronomen und Hoteliers nicht erneut zu den Leitragenden einer kurzfristigen Schließung werden. „Ansonsten können wir hier praktisch hautnah dabei zuschauen, wie der Ofen ausgeht,“ so DEHOGA-Saar-Präsident Buchna.

Die Tourismus-Branche im Allgemeinen sieht der DEHOGA ebenfalls durch den erneuten Lockdown bedroht. Sollten die zugesagten Hilfen hier nicht greifen, gefährde er die mühevoll erarbeitete Positionierung des Saarlandes als Genussregion. Es drohe ein „Verpuffen“ der Investitionen von der Landesregierung in den Tourismus. Daher rief der DEHOGA-Präsident auch zu einem gesamtwirtschaftlichen Schulterschluss mit der Branche auf.

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