Anzeige:

Mischkonsum im Zusammenhang mit Amphetamin im Saarland alarmierend

Neue Studie

Symbolfoto

Saarbrücken. „Etwa 48 Prozent der Konsumenten von Stimulanzien sind zwischen 31 und 40 Jahre alt, rund 30 Prozent gehören der Altersgruppe der 21- bis 30-Jährigen an. Diese Ergebnisse bestätigten auch die Daten des Suchthilfeberichtes für das Saarland und decken sich mit den Erfahrungen aus Beratung, Therapie und Rehabilitation. Im Schnitt vergehen acht bis zehn Jahre, ehe Hilfe gesucht wird, weil sich ein Missbrauch entwickelt hat, den die Konsumenten nicht mehr im Griff haben“, so Gesundheitsstaatssekretär und Drogenbeauftragter der Landesregierung Stephan Kolling.

Der typische Amphetaminkonsument im Saarland ist zwischen 30 und 40 Jahre alt, männlich, ledig, lebt in städtischen Teilen des Saarlandes und konsumiert fast jeden Tag. Dies hat eine Studie zu Weckaminen der Rechtsmedizin der Universität des Saarlandes im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie ergeben. Untersucht wurden insgesamt 814 vorhandene Datensätze der Jahre 2017 und 2018 von polizeilich auffällig gewordenen Verkehrsteilnehmern im Zuge von Kontrollen oder Verkehrsdelikten. Ecstasy, so ein weiteres Ergebnis der Studie, ist zumindest im Bereich der Verkehrsdelikte ein nachgeordnetes Problem.

:Anzeige:

Die Auswertung hat auch gezeigt, dass im beruflichen und freizeitmäßigen Gebrauch von Stimulanzien eine immer größere Zahl von Konsumenten mehrere Substanzen gleichzeitig konsumieren. „Es ist wirklich beunruhigend“, so der Staatssekretär, „dass eine immer größere Zahl von Konsumenten neben Amphetamin oft auch Cannabis und Medikamente, vor allen Benzodiazepine, zu sich nehmen.“ Da diese Substanzen sich gegenseitig oft verstärken, seien die Wirkungen vor allem bei höheren Dosierungen kaum abzuschätzen.

Während im Saarland Amphetamin im Bereich der Stimulanzien derzeit das größte Problem darstellt, kommt der unlängst veröffentlichte Europäische Drogenbericht, der jährlich von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) in Lissabon herausgegeben wird, zum Befund, dass europaweit der Konsum von Kokain auf dem Vormarsch ist. Beispielsweise auch in Nachbarländern wie Luxemburg, Frankreich und den Niederlanden.

:Anzeige:

Dies zeigten sowohl gestiegene Mengen an Beschlagnahmen der Droge sowie gestiegene Konsumzahlen bei leichtem Ansteigen der Reinheitsgehalte und praktisch seit mehr als 10 Jahren unverändertem Schwarzmarktpreis. Für Kolling steht fest: „Auch diese Entwicklung müssen wir zusammen mit den zuständigen Polizeistellen im Auge behalten.“

Auch die COVID-19-Pandemie hat sich im Frühjahr 2020 mit Grenzschließungen und stärkeren Kontrollen nur vorübergehend auf die Verfügbarkeit von illegalen Substanzen ausgewirkt. Inzwischen habe sich Verfügbarkeit, Reinheit und Preis wieder auf das vorherige Niveau eingependelt.

:Anzeige: