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Saarländische Ärzte verschreiben weniger Antibiotika

Bundesweite Studie

Symbolfoto

Saarbrücken. Laut einer deutschlandweiten Studie der Ersatzkassen verschreiben saarländische Ärzte bei akuten Atemwegsbeschwerden weniger häufig Antibiotika als noch vor einigen Jahren. Dennoch liegt die sogenannte Verordnungsquote knapp über dem bundesweiten Durchschnitt von 29 Prozent.

Demnach wurden in der Wintersaison 2018/2019 nur bei 30 Prozent der akuten Fälle zu Antibiotika gegriffen, im Winter 2016/17 waren es noch 36 Prozent. Vor allem eine verbesserte Patienten-Arzt-Kommunikation und Fortbildungen zum Thema Antibiotikaverschreibungen seien Ursachen für den Rückgang in der Verordnungsrate.

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Zudem kommt, dass die Wirkstoffauswahl in den vergangenen Jahren verbessert werden könnte. Somit kann das Prinzip „so schmal wie möglich, so breit wie nötig“ beim Einsatz von Antibiotika gezielter umgesetzt werden, denn bei Antibiotikamissbrauch besteht die Gefahr der Entwicklung antibiotikaresistenter Bakterien.

Eben diese Resistenzbildung sehen Ärzte weltweit als eine der größten Herausforderungen für das weltweite Gesundheitssystem. Vor allem bei akuten Atemwegserkrankungen werde laut dem Leiter der vdek-Landesvertretung im Saarland, Martin Schneider, häufig zu Antibiotika gegriffen. Etwa 85 Prozent der jährlich rund 39 Millionen Verschreibungen von Antibiotika kommen aus diesem Bereich.

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Dabei haben Antibiotika keine Wirkung auf die Erreger von beispielsweise Erkältungen und der Grippe, da diese zum überwiegenden teil von Viren hervorgerufen werden. Im Rahmen des Modellvorhabens „Resistenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen“ (Resist) konnte nachgewiesen werden, dass durch Aufklärung und gute Kommunikation bereits der unnötige Einsatz von Antibiotika gesenkt werden könne.

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