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Landtag beschließt Verkürzung der „Rückstellung“ homosexueller Blutspender

Bisher Wartezeit von 12 Monaten nach Geschlechtsverkehr

Symbolfoto

Saarbrücken. Einstimmig wurde gestern vom saarländischen Landtag beschlossen, die bisher geltende „Rückstellung“ Homosexueller bei Blutspenden zu verkürzen. Bislang dürfen homo- oder bisexuelle Männer in der Bundesrepublik kein Blut spenden, wenn sie in den letzten 12 Monaten Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann hatten.

Sozial- und Gesundheitsministerin Monika Bachmann sprach in diesem Zusammenhang von einer „Diskriminierung von ehrenwerten Personengruppen“. Für eine Aufhebung dieser Praxis wolle sie sich nun gemeinsam mit den zuständigen Ministern aus den restlichen fünfzehn Bundesländern bei der Bundesärztekammer stark machen. Der Linken-Abgeordnete Dennis Lander nannte den Antrag „scheinheilig“, da bereits vor viereinhalb Jahren ein vergleichbarer Antrag beschlossen wurde, passiert sei jedoch nichts.

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Begründet wird die „Gruppenrückstellung“ homo- und bisexueller Männer mit dem Infektionsschutz, beispielsweise vor HIV. Ministerin Bachmann stellte in diesem Zusammenhang die Frage, ob diese Vorgehensweise nicht zynisch, seltsam und lebensfremd sei. Rein wegen der sexuellen Orientierung dürfe keine Rückstellung erfolgen, sie müsse vom Verhalten des Einzelnen abhängig gemacht werden.

Eine Wartezeit von 12 Monaten gehe nach Einschätzung Bachmanns „weit über die medizinische Notwendigkeit hinaus“. Gleichzeitig betonte sie, dass durch die Corona-Pandemie die Zahl der Blutspender stark nachgelassen habe und deshalb nun Blutkonserven im Saarland knapp seien. „Wir können es uns nicht leisten, ganze Personengruppe wie männliche Homosexuelle von einer Blutspende auszuschließen,“ so Bachmann.

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Für die Landtagsabgeordnete Christina Baltes von der SPD würde sich das Risiko nicht danach richten, ob die Sexualpartner hetero- oder homosexuell seien, sondern ob die Sexualpraktiken sicher oder unsicher seien. Für den AfD-Abgeordneten Rudolf Müller sei es angesichts niedriger Spenderzahlen nicht nachvollziehbar, dass die Spender kein Geld für ihr Blut erhalten.

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