Schausteller-Demo in Stuttgart

Gestern haben Schausteller aus ganz Deutschland in Stuttgart gegen ihr Berufsverbot demonstriert. Dazu trafen sich die Schausteller auf dem Gelände des Canstatter Wasen und fuhren mit ihren LKW, Bussen und Fahrgeschäften zum Karlsplatz in Stuttgart. Im Anschluß gab es eine knapp dreistündige Kundgebung, bei der von Seiten der Schausteller Albert Ritter (Präsident des Deutschen Schaustellerbundes e.V.), Patrick Arens (Vizepräsident des Bundesverbands der Schausteller und Marktkaufleute), Werner Burgmeier (Präsident des Landesverbands der Schausteller und Marktkaufleute Baden Württemberg) und Ralf Huppertz Vorsitzender des Verbandes der Circus Unternehmer) eine Rede gehalten haben. Auch Schausteller aus dem Saarland hatten sich auf den Weg nach Stuttgart gemacht. Zwar hatten die rund 1200 Schausteller mit ihren 800 Fahrzeugen den Verkehr in Stuttgart für einige Stunden lahm gelegt, die Verkehrsteilnehmer konnten aber kaum böse auf sie sein. Die Verkehrsteilnehmer und andere Schaulustige wurden von den Schaustellern nämlich mit Plüschtieren, Lebkuchenherzen, Popcorn und vielem mehr beschenkt.

DSB-Präsident Albert Ritter sagte in seiner Rede auf dem Karlsplatz: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, uns steht das Wasser bis zum Hals und eigentlich schon darüber“. Viele Schausteller leiden nämlich seit den Weihnachtsmärkten 2019 unter einem kompletten Verdienstausfall. „Das war für einige das letzte Mal, dass sie Einnahmen erzielen konnten. Unsere ganze Hoffnung richtet sich auf die Weihnachtsmärkte 2020“, so Ritter weiter. Deutschlandweit hängen an der Schaustellerbranche 5000 Betriebe mit über 30.000 Beschäftigten.

Auch von Seiten der Politik gab es einige Reden, so zum Beispiel von Landeswirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut (CDU), die den Schaustellern Hoffnung machte: „Wir haben für Messeveranstaltungen ab 1. September Lösungen gefunden, und wir werden auch für Sie Lösungen finden“. Demnach arbeite man gemeinsam mit dem Sozialministerium an Konzepten, damit die Märkte und Kirmes wieder stattfinden können. Außerdem wolle sie für ein neues Konzept mit finanziellen Hilfen kämpfen, das 50 Millionen Euro umfassen soll. Laut Albert Ritter, sei die finanzielle Absicherung nur das eine. Man wolle nicht in die „soziale Hängematte“, man wolle wieder arbeiten.

Noch gibt es also keine konkrete Lösung, das muss sich laut den Schaustellern aber bald ändern, denn „das Karussel MUSS sich weiterdrehen“. Hier noch einige Impressionen von der Kundgebung und Demo der Schausteller:

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