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Homburg: PETA fordert dauerhafte Schließung der Terrabörse

Appell an den Bürgermeister und Stadtrat

Quelle: PETA

Homburg. Die Tierschutzorganisation PETA fordert, dass die Terrabörse in Homburg dauerhaft geschlossen bleibt. Als Grund nennt sie unter anderem die Verbreitung hochansteckender und tödlicher Krankheiten durch den Handel exotischer Tiere.

Als Beispiele werden die SARS-Pandemie, die Vogelgrippe H5N1, das Ebolafieber als auch AIDS genannt. „Der Handel und die Ausbeutung von Wildtieren haben nicht nur die aktuelle Corona-Krise ausgelöst, sondern in der Vergangenheit bereits zahlreiche tödliche und hochansteckende Pandemien verursacht,“ so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA.

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Nach Meinung der Tierschutzorganisation stehen die Kommunalpolitiker in der Verantwortung, die Bevölkerung vor weiteren Pandemien und gefährlichen Krankheiten zu schützen. Darum wurde an Bürgermeister Michael Forster als auch den Homburger Stadtrat in einem Schreiben appelliert, die regelmäßige Terrabörse dauerhaft zu schließen.

Viele der auf solchen Märkten angebotenen exotischen Tiere sind durch tagelange Transporte in winzigen Plastikboxen stark geschwächt und können als Überträger von Zoonosen ein großes Risiko darstellen. Nach Meinung von PETA ist ein Verbot zum Schutz der Bevölkerung und auch aus Tier- und Artenschutzgründen unumgänglich.

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In anderen deutschen Kommunen wurden bereits Verbote für Exotenbörsen zum Schutz von Mensch und Tier ausgesprochen. In Passau und Bad Oeynhausen wurde bereits in den vergangenen Jahren die Abhaltung von Reptilienbörsen in kommunalen Gebäuden untersagt.

Hintergrund

Bei einem großen Teil der auf deutschen Börsen verkauften exotischen Tiere handelt es sich um Wildfänge aus Asien, Afrika und Südamerika, die wenige Tage zuvor ihrem natürlichen Lebensraum entrissen wurden. Ob oder welche tödlichen Viren oder Bakterien sie in sich tragen, ist unbekannt. Fest steht jedoch, dass mit 72 Prozent der größte Teil aller Zoonosen aus dem Kontakt mit wildlebenden Tierarten resultiert. Auf Exotenbörsen werden die meist in winzige Plastikboxen eingesperrten Tiere häufig an Besucher herumgereicht.

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China hat aufgrund des Coronavirus verboten, Wildtiere zu konsumieren, und Märkte weitgehend eingeschränkt. Doch auch in Deutschland ist ein umgehendes und vor allem schnelles Handeln unerlässlich. PETA und 11 weitere deutsche Tier- und Artenschutzorganisationen haben daher im März dieses Jahres in einem Schreiben an verschiedene Bundesministerien sowie an Parteivorsitzende ein umfassendes Importverbot für exotische Wildtiere gefordert.

Eine Studie, die vom Bundesumweltministerium im März 2020 vorgestellt wurde, bestätigt zudem, dass der Handel mit exotischen Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt. Besonders aus Gründen des Arten- und Naturschutzes müsse dringend entsprechend gehandelt werden. Sterberaten beim Fang und Transport von bis zu 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich. Die Tiere sterben durch Stress, Unterversorgung oder transportbedingte Verletzungen. Auch der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) betont, dass die direkte Ausbeutung der Natur einer der Hauptgründe für das Artensterben ist.

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