Anzeige:

Bundestagsabgeordnete fordern Sexkaufverbot

Ausstiegsprogramme gefordert

Symbolfoto

Berlin. Aufgrund der aktuellen Corona-Auflagen liegt auch im Saarland das „älteste Gewerbe der Welt“ auf Eis. Für viele Sexarbeiter bedroht dies die Lebensgrundlage. Um ihnen zu Helfen fordern verschiedene Bundestagsabgeordnete von Union und SPD ein Handeln der Politik. In einem der dpa vorliegenden Brief an die Regierungschefs der Länder fordern sie ein Sexkaufverbot sowie Ausstiegsprogramme für Prostituierte.

Die insgesamt 16 Parlamentarier, die den Brief unterzeichneten, fordern die Weiterführung des „Shutdowns“ für Prostitutionsstätten, da sie befürchten, dass diese zu neuen Infektionsherden für Covid-19 werden können. Wörtlich heißt es in dem Brief: „Es dürfte auf der Hand liegen, dass Prostitution die Wirkung eines epidemiologischen Super-Spreaders hätte – sexuelle Handlungen sind in der Regel nicht mit Social Distancing vereinbar.“

:Anzeige:

Eins steht für die Unterzeichner des Briefs fest: Gerade in der Krise werde deutlich, dass die betroffenen Frauen oft keine eigene Existenz haben. Denn oft fehle bereits eine amtlichen Anmeldung, eine Wohnung und die Krankenversicherung. „Diesen Frauen hilft nicht die Wiedereröffnung der Bordelle, sondern eine Ausbildung oder Tätigkeit in einem existenzsicherndem Beruf,“ heißt es in dem Brief weiter.

Um den Frauen auch nach dem Austritt aus der Prostitution eine Perspektive bieten zu können, fordern die Bundestagsabgeordneten Ausstiegshilfen nach dem schwedischen Modell. Neben Sprachkursen und einer Gesundheitsversorgung sieht dieses Modell ebenfalls eine Traumatherapie vor.

:Anzeige:

Bundesweit sind behördlich etwa 33.000 Prostituierte registriert, jedoch wird von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgegangen. Die Verfasser des Briefs nennen eine Gesamtzahl von bis zu 400.000. Seit Einführung des Prostituiertenschutzgesetzes, welches 2018 in Kraft trat, haben sich saarlandweit mehr als 1.000 Personen angemeldet.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*