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Corona-Testpflicht und Stigmatisierung kranker Kinder: Ministerium weist Vorwürfe zurück

Kritik von Kinderärzten

Bild: Symbolfoto

Saarbrücken. Saarländische Kinderärzte erhalten laut eigenen Angaben immer häufiger Anfragen von Eltern, die ihre Kinder auf Covid-19 testen lassen wollen. Demnach verlangen verschiedene Bildungs- und Gemeinschaftseinrichtungen immer häufiger solche Tests.

Im Regionalverband Saarbrücken sei es derzeit so, dass sobald ein Kind Erkältungssymptome vorweise, von diesem ein Corona-Test seitens der Kita verlangt wird. Ansonsten dürfte das Kind vorerst nicht wieder in den Kindergarten. Der Sprecher der Kinderärzte, Benedikt Brixius, befürchtet, dass dieses Verhalten spätestens bei der nächsten Erkältungswelle die Kapazitäten der Kinderärzte sprengen würde.

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Ebenfalls berichten die Kinderärzte von einer Stigmatisierung chronisch kranker Kinder im Saarland. Hintergrund ist ein Rundschreiben an die Eltern, in dem das zuständige Ministerium diverse Krankheiten nannte, wegen denen Kinder vom Schulbesuch befreit werden können. Anstatt eines Attests für die Abwesenheit des Kindes verlangten Schulen teilweise Bescheinigungen von kranken Kindern, die nachweisen sollen, dass sie zur Schule gehen können oder vielmehr dürfen.

Das saarländische Bildungsministerium bestreitet eine Corona-Testpflicht für Schüler im Saarland. „Die Aussage, wonach Testungen von Schulen, Kindergärten oder Kindertageseinrichtungen gewünscht seien, wird zumindest in Bezug auf die Schulen zurückgewiesen,“ so das Ministerium. Die Notwendigkeit eines Covid-19-Tests entscheide das Gesundheitsamt oder der Hausarzt, nicht die Schule oder Kita.

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Auch die Stigmatisierung von Kindern mit Vorerkrankungen weist das Ministerium zurück, denn die Liste sei als Übersicht zu verstehen, wann eine Schulbefreiung möglich sei. Die Reglungen schließe laut dem Bildungsministerium niemanden aus vom Schulbesuch.

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