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„Tag der Befreiung“: Feiertag oder nicht?

Forderung der Saar-Linken

Symbolfoto

Saarbrücken. Die Linke im Saarland fordert, dass der 8. Mai zu einem gesetzlichen Feiertag erklärt wird. Begründet wird dies unter anderem mit der elementaren Bedeutung, die dieses Datum für die Geschichte Deutschlands hatte. In Berlin ist der Tag, an dem die deutsche Wehrmacht vor 75 Jahren kapitulierte, dieses Jahr bereits einmalig zum Feiertag erklärt worden.

Bereits 1985 stellte der damalige Bundespräsident Richard von Weizäcker klar, dass „der 8. Mai […] für uns Deutsche kein Tag zum Feiern“ ist, auch wenn er bereits damals die Bedeutung des Tages hervorhob, indem er sagte: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“

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Inzwischen melden sich deutliche Stimmen für den „Tag der Befreiung“ als Feiertag. Die Holocaust-Überlebende und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees Ester Bejarano forderte bereits im Januar in einem offenen Brief an den Bundespräsidenten die Würdigung des Tages. „Der 8. Mai muss ein Feiertag werden. Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann“, so Bejarano.

Unterstützt wird der Vorstoß auf Bundesebene von den Grünen, den Linken und der FDP. Dem Redaktionsnetzwerk (RND) Deutschland sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt: „Der 8. Mai als Feiertag mahnt uns, die deutschen Verbrechen nicht zu relativieren und wäre ein bleibender ‚Pflock‘ in der deutschen Erinnerungskultur.“ Auch der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch spricht sich klar für einen gesetzlichen Feiertag am 8. Mai aus: „‚Nie wieder‘ ist eine Mahnung, die uns allen gilt und der wir am 8. Mai einen gemeinsamen Tag einräumen sollten.“

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Der Fraktionsvize der Liberalen Michael Theurer befürwortet einen Feiertag zum 8. Mai auf europäischer Ebene. Alternativ nannte er ebenfalls den 9. November (Ausrufung der Weimarer Republik) sowie den 27. Januar (Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus) als gesetzliche Feiertage.

Die Alternative für Deutschland (AfD) spricht sich gegen den Tag des Kriegsendes als Feiertag aus. Fraktionschef Alexander Gauland betont, dass der 8. Mai nicht nur für den Tag der Befreiung stehe, sondern auch für eine „absolute Niederlage“. Er hebt ebenfalls den Verlust von Teilen Deutschlands in diesem Zusammenhang hervor.

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