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Regionalverband SB: Arbeits- und Ausbildungsmarkt im April 2020

Die aktuellen Zahlen

Symbolfoto

Saarbrücken. Die Agentur für Arbeit Saarland zählte im April 17.684 Arbeitslose im Regionalverband Saarbrücken, 1.264 mehr als im März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 3.160 Arbeitslose mehr gemeldet (plus 21,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag mit 10,1 Prozent um 0,7 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 1,7 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

„Die Arbeitslosigkeit ist von März auf April stark gestiegen. Üblich wäre im saisonalen Verlauf ein Rückgang. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls deutlich höher. Von dieser negativen Entwicklung sind sämtliche Personengruppen betroffen,“ so Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. „Für die Steigerung der Arbeitslosigkeit gibt es verschiedene Ursachen. Einerseits haben sich aufgrund der Corona-Situation die Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit extrem erhöht. Demgegenüber stellen Betriebe derzeit kaum noch ein. Vor allem findet die sonst übliche Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nicht statt. Es wirkt sich natürlich auch aus, dass die Arbeitsagentur den Arbeitsmarkt nicht wie sonst mit Hilfe ihrer Fördermöglichkeiten entlastet“, ergänzt Haßdenteufel.

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Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt deutlich erkennen. Die Zahl der geprüften Anzeigen und der darin genannten Personen ist von März auf April nochmals gestiegen. Bisher haben über 3.600 Unternehmen im Regionalverband Saarbrücken bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angemeldet. Die Anzeigen kommen aus nahezu allen Branchen. Schwerpunkte sind das Verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung, der Handel und das Gastgewerbe. Für rund 51.000 Personen wurde bisher Kurzarbeit angemeldet.

„Würde die Arbeitsagentur im Moment nicht über Kurzarbeitergeld eine starke Brücke für viele Betriebe bauen, wären noch deutlich mehr Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen und viele Unternehmen in ihrer Existenz bedroht“, erläutert Haßdenteufel.

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Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich

  • Landkreis St. Wendel: 3,9 Prozent
  • Landkreis Merzig-Wadern: 4,8 Prozent
  • Saarpfalz-Kreis: 5,4 Prozent
  • Landkreis Saarlouis: 5,6 Prozent
  • Landkreis Neunkirchen: 7,8 Prozent
  • Regionalverband Saarbrücken: 10,1 Prozent

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 571 auf 5.052 gestiegen. Das waren rund 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit bei 588, sie erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 124. Sie lag um 240 über dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 1.721. Sie ist gegenüber dem Vormonat um 18 und gegenüber dem Vorjahr um mehr als 400 gestiegen.

Entwicklung in der Grundsicherung

Beim Jobcenter im Regionalverband Saarbrücken waren im April 12.632 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 693 mehr als im März. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 1.477 über dem Vorjahreswert. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im April bei 1.024. Sie ist gegenüber dem Vormonat um 63 und gegenüber dem Vorjahr um 141 gestiegen. 3.369 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber März um 188 und gegenüber April 2019 um 377 erhöht. 42,5 Prozent der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im April 5.365. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 803 (plus 17,6 Prozent).

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Stellenmarkt

„Die Situation auf dem Stellenmarkt hat sich gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat deutlich verschlechtert. Die derzeitige Epidemie hinterlässt drastisch Spuren. In einigen Wirtschaftsbereichen kommen Stellenbesetzungen fast zum Erliegen“, so Haßdenteufel.

Unternehmen der Region haben im April insgesamt 295 Stellen zur Besetzung gemeldet, 481 weniger als im März und 468 weniger vor einem Jahr (minus 61,3 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden 2.600 offene Stellen gemeldet, fast ein Fünftel weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen 2.494 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit 22,2 Prozent unter dem des Vorjahres.

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Regionale Entwicklung

  • Geschäftsstelle Saarbrücken (Stadt Saarbrücken und Kleinblittersdorf): 11.670 Arbeitslose (plus 1.879 zum Vorjahr), Arbeitslosenquote: 11,5 Prozent
  • Geschäftsstelle Heusweiler (Heusweiler, Riegelsberg und Püttlingen): 1.348 Arbeitslose (plus 326 zum Vorjahr), Arbeitslosenquote: 4,9 Prozent
  • Geschäftsstelle Sulzbach (Stadt Sulzbach, Friedrichsthal und Quierschied): 1.789 Arbeitslose (plus 272 zum Vorjahr), Arbeitslosenquote: 8,2 Prozent
  • Geschäftsstelle Völklingen (Stadt Völklingen und Großrosseln): 2.877 Arbeitslose (plus 683 zum Vorjahr), Arbeitslosenquote: 11,7 Prozent

Ausbildungsmarkt

Im Regionalverband Saarbrücken wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 1.913 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 445 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 1.559 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 74 mehr als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im April waren noch 1.145 Stellen unbesetzt und 975 Jugendliche unversorgt.

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