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Kreis NK: Arbeits- und Ausbildungsmarkt im April 2020

Die aktuellen Zahlen

Symbolfoto

Neunkirchen. Die Agentur für Arbeit Saarland zählte im April 5.641 Arbeitslose im Landkreis Neunkirchen. Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer ist gegenüber dem Vormonat um 570 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 782 bzw. 16,1 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 7,8 Prozent um 0,8 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und 1,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

„Die Arbeitslosigkeit ist von März auf April stark gestiegen. Üblich wäre im saisonalen Verlauf ein Rückgang. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls deutlich höher. Von dieser negativen Entwicklung sind sämtliche Personengruppen betroffen,“ so Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. „Für die Steigerung der Arbeitslosigkeit gibt es verschiedene Ursachen. Einerseits haben sich aufgrund der Corona-Situation die Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit extrem erhöht. Demgegenüber stellen Betriebe derzeit kaum noch ein. Vor allem findet die sonst übliche Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nicht statt. Es wirkt sich natürlich auch aus, dass die Arbeitsagentur den Arbeitsmarkt nicht wie sonst mit Hilfe ihrer Fördermöglichkeiten entlastet“, ergänzt Haßdenteufel.

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Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt deutlich erkennen. Die Zahl der geprüften Anzeigen und der darin genannten Personen ist von März auf April nochmals gestiegen. Bisher haben über 1.100 Unternehmen im Landkreis Neunkirchen bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angemeldet. Die Anzeigen kommen aus nahezu allen Branchen. Schwerpunkte sind die Arbeitnehmerüberlassung, der Handel und das Verarbeitende Gewerbe. Auch das Gastgewerbe und der Logistikbereich sind stark betroffen. Für rund 11.800 Personen wurde bisher Kurzarbeit angemeldet.

Würde die Arbeitsagentur im Moment nicht über Kurzarbeitergeld eine starke Brücke für viele Betriebe bauen, wären noch deutlich mehr Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen und viele Unternehmen in ihrer Existenz bedroht“, erläutert Haßdenteufel.

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Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich

  • Landkreis St. Wendel: 3,9 Prozent
  • Landkreis Merzig-Wadern: 4,8 Prozent
  • Saarpfalz-Kreis: 5,4 Prozent
  • Landkreis Saarlouis: 5,6 Prozent
  • Landkreis Neunkirchen: 7,8 Prozent
  • Regionalverband Saarbrücken: 10,1 Prozent

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 205 auf 2.013 gestiegen, das war über ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren stieg die Arbeitslosigkeit um zehn auf 219 im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sie sich um über ein Viertel. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 840. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 65 und gegenüber dem Vorjahr um 144 erhöht.

Entwicklung in der Grundsicherung

Beim Jobcenter im Landkreis Neunkirchen waren im April 3.628 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 365 mehr als im März. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 270 über dem Vorjahreswert (plus 8,0 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im April bei 363. Sie ist gegenüber dem Vormonat um ein Zehntel gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Rückgang um 4,2 Prozent zu verzeichnen. 928 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl ist gegenüber dem Vorjahr um 18 gestiegen. Rund 39 Prozent der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im April 1.414. Sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um rund elf Prozent.

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Stellenmarkt

„Die Situation auf dem Stellenmarkt hat sich gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat deutlich verschlechtert. Die derzeitige Epidemie hinterlässt drastisch Spuren. In einigen Wirtschaftsbereichen kommen Stellenbesetzungen fast zum Erliegen“, so Haßdenteufel.

Im April wurden 92 Stellen zur Besetzung gemeldet, nur rund halb so viele wie im Vormonat und über 60 Prozent weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 663 offene Stellen gemeldet, 177 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (minus 21,1 Prozent). Aktuell stehen 883 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung, 274 weniger als im Vorjahresmonat.

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Ausbildungsmarkt

Im Landkreis Neunkirchen wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 568 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 79 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 646 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 27 weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im April waren noch 354 Stellen unbesetzt und 370 Jugendliche unversorgt.

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