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Saarlandmuseum gibt NS-Raubkunst an Erben zurück

Sechs Slevogt-Werke

Quelle: Facebook

Saarbrücken. In vielen Kunstsammlungen, sei es privat oder im Besitz von Museen, zeigen sich noch heute die Folgen des Nationalsozialismus, auch wenn dies für die meisten Kunstliebhaber nicht direkt ersichtlich ist. Das Thema „Raubkunst“ beschäftigt zahlreiche Museen und Stiftungen, hierunter auch die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, weshalb jetzt sechs Werke des Impressionisten Max Slevogt an die Erben der ursprünglichen Besitzer zurückgegeben.

Hierbei handelt es sich um folgende Werke:

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  • Francisco d’Andrade (Kopfstudie), 1902, Öl auf Leinwand
  • Der Hafen bon Brindisi, 1914, Aquarell
  • Li-Hung-Tschang, 1900, Tuschezeichnung
  • Scheherezade erzählt ihre Geschichte dem Kalifen, 1901, Federzeichnung
  • Mungos, 1901, aquarellierte Federzeichnung
  • Klagende Frauen (Klageweiber vor einem Haus), um 1898-1903, Federzeichnung
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Sie alle stammten ursprünglich aus der Sammlung des jüdischen Kunstsammlers Julius Freund, der mit seiner Familie bereits 1939 nach London flüchtete und dort – verarmt und mittellos – am 11. März 1941 verstarb. Der in Deutschland verbliebene Besitz der Familie wurde bereits am 15. Oktober 1940 durch Anordnung des Reichsführers SS Heinrich Himmler beschlagnahmt.

Die Kunstsammlung von Julius Freund war hiervon jedoch nicht betroffen: Sie wurde bereits im September 1933 in die Schweiz gebracht. Aufgrund finanzieller Not nach dem Tod ihres Mannes verkaufte die Freunds Witwe Clara die Werke 1942 bei der Luzerner Galerie Fischer. Ein Teil der Werke gelang dadurch in die Hände der Nationalsozialisten, die diese für den Aufbau eines „Führermuseums“ in Linz vorsahen.

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Die sechs Kunstwerke sind 1982 in die Sammlung der Modernen Galerie des Saarlandmuseums gekommen. Zuvor waren sie Teil der Sammlung des St. Ingberter Kunstmäzens Franz Josef Kohl-Wiegand. Die vier Zeichnungen, ein Gemälde und ein Aquarell sind jedoch weiterhin für Besuchern des Saarlandmuseums zugänglich: Die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz konnte die Werke bereits zurück erwerben, dank dem Entgegenkommen der Erben von Julius Freund, und sie bleiben somit in der Sammlung des Saarlandmuseums.

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