Anzeige:

Zoll deckt Sozialversicherungsbetrug in Millionenhöhe auf

Scheinrechungserstellung und -verwendung

Symbolfoto

Kaiserslautern. 1,3 Millionen Euro Sozialversicherungsbeiträge, 250.000 Euro Lohnsteuer und 380.000 Euro Sozialkassenbeiträge wurden in einem Ermittlungsverfahren des Hauptzollamtes Saarbrücken, Standort Kaiserslautern, im Bereich der Schwarzarbeit am Bau aufgedeckt. Das Geld wurde hierbei über sogenannte „Scheinrechnungen“ veruntreut.

Bereits im Juni kam es zu einem Großverfahren der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Kaiserslautern, bei dem an einem Tag sieben Haftbefehle und 61 Durchsuchungsbeschlüsse in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Hessen vollstreckt wurden. Mit den dadurch gewonnenen Erkenntnissen sahen es die Ermittler als bewiesen an, dass es sich hierbei um eine Form der organisierten Kriminalität mittels Scheinrechnungserstellung und -verwendung im Bereich der Schwarzarbeit handelt.

:Anzeige:

„Der Ermittlungsumfang war beträchtlich. Nicht nur, dass wir an vielen Orten gleichzeitig zuschlagen mussten, auch die Anzahl der sichergestellten Unterlagen war enorm groß“, so Frank Simon, der verantwortliche Ermittler der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Kaiserslautern. „Die Beweismittel und die Ermittlungsakten aneinandergereiht, ergeben eine Strecke von rund 196 Metern.“

Hier klicken um CityRadio Saarbrücken zu hören.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden in einer Garage des Hauptbeschuldigten zusätzlich zahlreiche Waffen und Sprengstoff gefunden. Insgesamt wurden eine Maschinenpistole, drei Pistolen, 97 Patronen Munition, 12 Elektroimpulsgeräte, sieben verbotene Faust-, Klapp- und Springmesser, 4 Schlagringe, zwei Kilogramm Sprengstoff mit sechs elektrischen Sprengzündern aufgefunden und sichergestellt.

:Anzeige:

Der Hauptbeschuldigte, ein 39-jähriger Südosteuropäer, wurde zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Darüber hinaus musste er eine Geldstrafe in Höhe von mehr als 20.000 Euro zahlen. Ein 59-jähriger Südosteuropäer, ein 32-Jähriger, eine 37-Jährige und ein 38-Jähriger (alle deutscher Nationalität) wurden zu Freiheitsstrafen von 10 bis 12 Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, sowie Geldstrafen von 1.200 bis 5.400 Euro verurteilt. Die verurteilten Aktivitäten fanden maßgeblich im Rhein-Main-Gebiet, im Raum Pirmasens und im Saarland statt. Alle Entscheidungen sind rechtskräftig.

Die noch laufenden Ermittlungsverfahren richten sich gegen diejenigen, die die „Rechnungen“ gekauft haben. Die entsprechenden Verfahren sind bei den jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften im gesamten Bundesgebiet anhängig.

:Anzeige:

Mehr zu Scheinrechnungen

Das „Geschäftsmodell“ sieht vor, dass über ein Firmengeflecht Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen erstellt werden, sogenannte Scheinrechnungen. Mit Hilfe dieser Scheinrechnungen werden in der Buchhaltung der „Käufer“ Sachkosten und Dienstleistungen abgerechnet, die tatsächlich nicht vom Aussteller der Rechnungen selbst, sondern von Schwarzarbeitern erbracht werden. Die so verbuchten und bar freigesetzten Gelder werden dazu genutzt den Arbeitern Schwarzlöhne auszuzahlen ohne die Steuern und Abgaben zu entrichten. Dabei sind sowohl der Verkauf als auch der Ankauf der Scheinrechnungen strafrechtlich relevant.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*